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JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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LOW TIDE IN FRANCE, 1947
Öl auf Leinwand, 61 x 50 cm
Signiert rechts unten: Floch
VERKAUFT |
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Nach seiner Emigration in die USA musste Floch mit großer Bitterkeit den Niedergang der École de Paris – und seiner Meinung nach auch der französischen Gesellschaft – sowie den Aufstieg der Abstraktion erleben. Ab 1946 verbrachte er die Sommermonate wieder in seiner eigentlichen Heimat Paris, um in seinem alten Atelier zu arbeiten. Im August 1947 unternahm er von dort einen Abstecher in die Provence, auf den wohl „Low tide in France“ zurückgeht.
Im beschatteten Vordergrund liegt ein Fischerboot am Trockenen, dessen gespannte Kurven und Schrägen Flochs formales Interesse geweckt haben. Dahinter bauen sich unter bewölktem Himmel einige Häuser eines verschlafenen Städtchens auf. Sie säumen die zum Meer führende Straße, die sich am Ufer zu einem kleinen Platz verbreitert, auf den einige Sonnenstrahlen fallen. Dieser ockergelb leuchtende Platz bildet den von Bootskörper, Mast und Mauern mehrfach gerahmten Kern der Komposition, an dessen Rand eine männliche Figur zu erkennen ist. Ist es ein Fischer, der, auf die Flut wartend, das Meer beobachtet? Oder einer, der sich von diesem abwendet, um nach Hause zu gehen?
Der gelbe Platz fungiert als Leerstelle, an der man mit dem Blick immer wieder hängen bleibt, und als Binnenraum, der zum Wartesaal des unbeweglich dastehenden Fischers wird. Somit gerät die mediterrane Hafenidylle zu einer doppelbödigen Metapher, in der sich Flochs persönliches Flüchtlings- und Künstlerschicksal spiegelt: am fremden Ufer gelandet, immer zwischen Aufbruch und Heimkehr, und voller Sehnsucht nach einem abgeschiedenen Ort, den man gegen die Widernisse der Zeit errichtet, einen aber auch zu isoliertem Stillstand verurteilt: Es herrscht Ebbe in Frankreich.
Anselm Wagner
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch, Leben und Werk. Österreichischer Kunst- und Kulturverlag. Wien 2000, WVZ Nr. 382, Farbabb. S. 260.
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