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ALFRED KUBIN
Leitmeritz/Böhmen 1877 – 1959 Zwickledt bei Wernstein am Inn |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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DER LANGE MÜLLER , um 1910
Tuschfeder, aquarelliert auf Papier, Papiermaß: 460 x 265 mm, Darstellungsgröße: 240 x 135 mm
Signiert rechts unten: Kubin
VERKAUFT |
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Seit 1909 arbeitete Kubin an den sehr figurenreichen und viele Details aufweisenden „Sansara“ Blättern, die in einer Auswahl von 40 Zeichnungen im Frühjahr 1911 als Mappenwerk erschienen. Sie stellen ebenso wie Kubins Illustrationen zu E. A. Poe sowie zu seinem eigenen Roman „Die andere Seite“, die endgültige Wende zur reinen Federzeichnung dar, die für sein weiteres Werk bestimmend wurde.
Die vorliegende Zeichnung, die aus diesem Zeitraum stammt, zeigt einen großen, schlanken Mann mit einer Laterne in der rechten und einem Sieb in der linken Hand. Er blickt mit ernster Miene auf das untere Ende eines nur schemenhaft erkennbaren Bettes. Neben ihm, jedoch mit beträchtlichem Abstand, steht eine Katze, die mit erhobenen Schwanz und in abwehrender Haltung ebenfalls in Richtung Bettende blickt. Beide stehen im Halbdunkel, das Licht strömt einzig durch die geöffnete Tür in den Raum und trennt wie durch eine Lichtschranke den Müller von der Katze. Rechts neben der Tür hängt eine Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln, deren Anwesenheit beim Betrachter leichtes Unbehagen hervorruft.
Der Zeichnung könnte ein literarisches Motiv zu Grunde liegen, wobei aber auch eine ganz gewöhnliche Alltagssituation für ihre Entstehung ausschlaggebend sein könnte. So schreibt Kubin in seiner Autobiographie folgendes über diese Zeit: „Jetzt waren es nicht mehr die rein persönlichen Herzensnöte, die aus mir schrien und auf sonderbare, ruckartige Weise in Visionen sich auslösten. Jetzt ergriff mich mehr das allgemeine Leben, das so mysteriös in den Menschen, Tieren und Pflanzen, an jedem Stein, in jedem geschaffenen oder ungeschaffenen Ding webt“.
Monika Oberchristl |
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