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JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York
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LA TERRASSE, 1935
Öl auf Leinwand, 117,5 x 89 cm
Signiert rechts unten: Floch
Abgebildet in einem Artikel von Jean Cassou
in „L´amour de l´art“, Paris 1936

VERKAUFT
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Während bestimmter Epochen widmete sich die Malerei der Darstellung des gesprochenen Wortes und des Dialogs. In den Gesichtern spiegeln sich so starke und klare Gefühlsausdrücke, als könnten sie sprechen: In der italienischen Renaissance und hier in Werken religiösen Inhaltes ebenso wie auch im Barock am Beispiel der französischen Malerei am Hofe Louis XIV. Demgegenüber steht – um einen Gedanken Jean Cassous zum Werk Josef Flochs aufzugreifen – die Tradition des Schweigens und der damit verbundene Ausdruck der Stille.
„Ich mag diese bescheidene, schmucklose Malerei in kalten Farben, die ein Gefühl tragischer Bedrücktheit aufkommen lässt“, schreibt Cassou 1936 in einer Rezension.
Flochs Gestalten wirken in sich selbst versunken, sind eins im Rhythmus und mit der Atmosphäre, die sie um sich verbreiten. Sie sind stumm und kommunizieren doch – mehr mit ihrer zurückhaltenden Gestik und verharrenden Haltung als mit ihrem Gesichtsausdruck.
Die Bühne dieses wortlosen Dialogs bildet eine Terrasse, betretbar aus dem Inneren (halbverhangener Eingang) und von Außen (Stufenaufgang). Im Hintergrund führt eine von Bäumen flankierte Straße in die Unendlichkeit einer Stadt.
Die bis 1937 in Frankreich gemalten Terrassenbilder sind nicht mit den späteren der New Yorker Jahre vergleichbar, sondern für sich stehende, mit Personen beseelte Naturinterieurs. Floch ging es hier um den großen Themenbereich Kommunikation (vgl. auch WVZ 263: Im Gespräch [Interieur d’Eté] und alltäglicher Spielarten, die beratende Verständigung, den Austausch von Gedanken oder auch das Zwiegespräch mit sich selbst.
Olga Kronsteiner
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch, Leben und Werk. Österreichischer Kunst- und Kulturverlag. Wien 2000, WVZ Nr. 260, vgl. Abb. S. 212.