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JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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MÄDCHENPORTRÄT, 1920
Öl auf Leinwand, 82,5 x 60,5 cm
Signiert links unten: Floch |
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1920 findet sich in den Tagebüchern Josef Flochs der Eintrag: „Suche nach Bildeinheit durch eine Grundfarbe.“ Diese Suche markiert gleichzeitig den Beginn seines entschieden neuen und eigenständigen Weges. Nach traditionell naturalistischen wie expressionistischen Anfängen und Versuchen entdeckt Floch für sich die Farbe als zentrales Medium. In der disziplinierten Reduktion auf einen Grundton suchte er zunächst die eruptiven Farbexplosionen der Expressionisten zu vermeiden, um auf subtilere, von Beginn an leicht melancholische Weise Form, Welt, Mensch erstehen zu lassen.
Im vorliegenden halbfigurigen Porträt eines nicht weiter bekannten Mädchens bestimmt Blau den Grundton, der wechselnd von Variationen und Mischtöne dieser Farbe wie Grün, Gelb oder Violett übermalt und aufgebrochen wird. Eine abstrakte Farbkomposition überzieht als Resultat wie ein feiner musikalischer Schleier das Bild, hinter dem sich von deutlichen Konturen bestimmt die Figur des Mädchens herausbildet. Wie es für Flochs Malerei generell typisch ist, hat auch dieses Porträt trotz der unverkennbaren Modulation des Körpers etwas Entrücktes, zauberhaft Unwirkliches an sich. Eine große Ruhe geht von dem Bild aus, die Haltung ist gelassen, die Hände sind fein am Schoß gefaltet. Faszinierend ist der Blick des Mädchens, klar, geradeund von ungemeiner Suggestion, der den Betrachter in das Bild, in die Welt dieser Farben hinein zu ziehen vermag.
Marianne Hussl-Hörmann
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk. 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000, Abb. S.114, WVZ Nr. 49.
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