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LYONEL FEININGER
New York 1871 - 1956 New York |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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FRACHT=DAMPFER, 1928
Aquarell und Tusche auf Papier, 285 x 406 mm
Signiert links unten: Feininger, betitelt Mitte unten: Fracht=Dampfer, datiert rechts unten: 4. 7. 28,
Bezeichnet links unten: s.l. Jungen Laurence zum 5. Apr. 1930, von “Laddie”
Provenienz: Familie des Künstlers. – Moeller Fine Art, New York – Berlin. - Privatsammlung.
Achim Moeller hat die Authentizität des Werkes bestätigt.
Das Aquarell ist im Archiv des The Lyonel Feininger Project LLC, New York unter der Nummer 354-07-21-10 registriert. |
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Eine der großen Lieben Lyonel Feiningers war die See mit dem weiten Himmel, den Segelbooten und Frachtdampfern im Allgemeinen, und die Ostsee im Speziellen. Seit er 1891 das erste Mal auf Rügen war, zog es ihn bis zu seiner Rückkehr nach Amerika im Jahr 1937 fast jeden Sommer an die Küste zwischen Lübeck und Danzig. Besonders angetan hatte es ihm das kleine Fischerdörfchen Deep (Mrzezyno), malerisch zwischen Swinemünde und Kolberg an der Mündung der Rega gelegen. Feininger besuchte Deep 1924 zum ersten Mal und von da an jeden Sommer bis 1935. Auch am 4. Juli 1928, dem Tag, an dem das Aquarell ,Fracht=Dampfer‘ entstanden ist und zugleich amerikanischer Nationalfeiertag, war Feininger an seinem Lieblingsurlaubsort. Wie er seiner Frau Julia berichtete, war es ein regnerischer Tag, dessen einziger Lichtblick die Ankunft seines zweitältesten
Sohnes Laurence (1909-1976) war. An diesen Tag erinnerte sich Feininger wohl zwei Jahre später, als er, wie die Widmung zeigt, Laurence das Aquarell zu dessen 21. Geburtstag schenkte.
Feininger war einer der wenigen Künstler, zu dessen Motiven auch jene weniger malerischen Frachtdampfer gehörten, die seit 1890 immer mehr die Ostsee bevölkerten. Vom Strand in Deep beobachtete und skizzierte er Schiffe, wie das hier dargestellte. In wenigen Linien und sparsam aquarelliert, strahlt ,Fracht=Dampfer‘ die poetische Stille eines aufklarenden Regentages aus. Im Hintergrund des Bildes verschwinden langsam die Regenwolken, während der zartgraue Frachtdampfer in der Bildmitte im blassblauen Fahrwasser langsam dahintuckert. Am rechten Bildrand trägt der Wind die orange Rauchfahne in Richtung Küste, wodurch die Balance der Bildkomposition aufgehoben wird und eine größere Dynamik entsteht. Zu Aquarellen wie diesen schreibt Walter Koschatzky: „Seine sensiblen, kristallinen Blätter sind zwar überwiegend zeichnerisch; als der Künstler aber seit dem Sommer 1924 immer wieder in dem kleinen Ort Deep bei Kolberg in Pommern lebte, entstanden jene zartfarbigen Aquarelle mit den Schiffen, die man zu seinen schönsten rechnen darf.“1
Text verfasst vom Lyonel Feininger Project LLC c/o Achim Moeller, New York – Berlin
1 Walter Koschatzky: Das Aquarell: Entwicklung, Technik, Eigenart, München, 1969, S. 94
Literatur: Ingrid Mössinger, Kerstin Drechsler (Hg.): Lyonel Feininger. Sammlung Loebermann. Zeichnung. Aquarell. Druckgrafik. Ausst. kat. Kunstsammlungen Chemnitz. Prestel Verlag München / Berlin / London / New York 2006. |
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