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JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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IN THE STUDIO I, 1957
Öl auf Leinwand, 71 x 71 cm
Verso: Nachlassstempel |
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Im Laufe der 50er Jahre entwickelte Josef Floch eine eigene Definition von Raum, indem er den Begriff auf seine wesentliche Funktion reduzierte – als Begrenzung bzw. Eingrenzung einer der realen Welt entzogenen Bühne. Er erhält keine eigene Identität, setzt sich allein aus verschiedenen ineinander übergehenden Farb-schichten und -flächen zusammen, ist mehr Traum als Wirklichkeit. Zwischen diesen auch perspektivisch verrückten Wänden platziert der Künstler seine Figuren. Im Atelierbild sind es vier: der Maler an seiner Staf-felei – der einzige Anhaltspunkt für den Titel – und vor sich ein stehender weiblicher Akt. Ihre Ebene liegt eine Stufe über dem vorderen Bildbereich, wo sich ein Kind an ein Geländer zu lehnen scheint und eine bekleidete Frau mit über der Brust gefalteten Händen aufrecht im Schatten der eingezogenen Wand steht. Nirgends findet ein Blickkontakt statt, dennoch spürt man sofort einen unsichtbaren Faden, an dem alle gespannt hän-gen und auf einer eigenen, virtuellen Ebene interagieren.
Betrachtet man das Bild mit dem Wissen über Flochs Leben, lassen sich viele persönliche Deutungen erkennen: in der dunklen Bildhälfte der Alltag – die Sorge um die kranke Tochter und die Frau als starker Rückhalt, die den Alltag meistert. Auf der höheren Ebene die Welt der Kunst, der Maler, der sich in sein Bild vertieft und das Aktmodell nicht zu beachten scheint. Die in hellstes Licht getauchte Figur wirkt daher wie eine Muse, die ein anderes Licht in das Leben bringt. Erika Tietze-Conrat hat in einer ihrer letzten Rezensionen von Flochs Werk eine für dieses Bild zutreffende Definition gefunden: „Das Endziel ist, eine künstlerische Welt zu schaf-fen, in der wir Frieden finden können. Nicht Glück, nicht Begeisterung, aber jenen Frieden, wie ihn der Ein-same, als ein Fernsein von allem Lärm, in der Kunst sucht.“1
1 Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000, S. 21.
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst– und Kulturverlag. Wien 2000, S. 340, WVZ Nr. 577.
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