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ALFRED KUBIN
Leitmeritz/Böhmen 1877 – 1959 Zwickledt bei Wernstein am Inn |
BIOGRAFIE
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WEITERE WERKE
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SIBIRISCHES MÄRCHEN, um 1901/02
Tusche in Feder und Spritztechnik auf Katasterpapier, 397 x 318 mm
Signiert rechts unten mit Bleistift: Kubin
Bezeichnet links unten mit Bleistift: Sibirisches Märchen
VERKAUFT |
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Übermächtig wirkende, das menschliche Leben im direkten Eingriff bestimmende Mächte, hat Alfred Kubin im Laufe seines Œuvres häufig zur Darstellung gebracht. Stets kommt in diesen Kompositionen der Aspekt des Ausgeliefert–Seins zum Ausdruck. Menschen sind hier durchwegs sehr kleinformatig dargestellt; sie werden von diesen übermächtig großen, personifizierten Kräften konsequent erfasst und aus ihren geplanten Lebensbahnen geworfen. Exotische Schauplätze sind ebenfalls häufiges Darstellungsmerkmal der Blätter Kubins. Zumeist dominiert eine Mischung aus unterschiedlichen Realitäten: sei es von Reiseerzählungen, Märchen und Sagenwelten, wie auch weiter entwickelten und weiter entwickelbaren Traumrealitäten. Die bedrohlich erscheinende Ausdehnung eines östlichen Landschaftsraumes ist oftmals Schauplatz für Kubins Traumkompositionen, nicht zuletzt situiert er auch das Geschehen seines berühmten einzigen Romans „Die andere Seite“ in diesem geographischen Umfeld.
Stets sind die Szenarien in einfach strukturierte, weit gezogene Landschaften gesetzt. Hell–Dunkel–Schattierungen sind in der Frühzeit des Künstlers, in welche auch dieses Blatt zu datieren ist, durchwegs in der charakteristischen Spritztechnik mit Tusche formuliert.
Bewusst hat der Künstler hier neben seiner Signatur auch eine Betitelung des Blattes vorgenommen, um damit einmal mehr die narrative Dimension seiner zeichnerischen Komposition zu betonen.
Peter Assmann
Literatur: Annegret Hoberg: Alfred Kubin. 1877 – 1959. Ausst.kat. Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Edition Spannenberg. München 1990, vgl. S. 223 ff.
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