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JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York
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INTERIOR – YELLOW AND BLUE, um 1960
Öl auf Leinwand, 81 x 65,3 cm
Signiert links unten: Floch

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Dieses Bild müsste eigentlich „Yellow, Blue and Red“ heißen, da das rote Gewand der zweiten Person für die Komposition ebenso bestimmend ist, wie das Gelb des lichterfüllten Fensters und das Blau des Kleides der auf einem Lager sitzenden Dame. Hier greift der Maler ein Thema auf, welches zu den alten Themen der Malerei zählt, die Darstellung des nahe liegenden Arbeitsraumes, des Ateliers. Freilich, die Staffelei ist verwaist und steht in der Raumordnung ganz entfernt im Hintergrund, bleibt jedoch ein wichtiges Element in der Konstruktion des Bildes. Der Raum ist überschaubar, und seine chromatische Darstellung ist von verwandten Farbtönen belebt. Auch die statuarischen Figuren sind konstruktive Elemente des Bildgefüges. Die gedämpften Töne werden nur vom Gelb des geöffneten Fensters laut durchbrochen. Auch bei diesem Bild zeigt sich, dass die für die österreichische Kunst der Zwischenkriegszeit relevanten stilistischen Kategorien für Floch keine Anwendung finden. Weder ist er ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit noch des Expressionismus und trotz metaphysischer Elemente kein Maler des Magischen Realismus. Der Klassizismus ist nicht Teil eines Programms der „pittura metafisica“, sondern Erbe der französischen Malerei und in einem gewissen Sinne sind seine Figuren, wiewohl sie nicht der Erotik von Balthus verpflichtet sind, mit dessen Körpersprache verwandt. Das Enigma seiner Figuren, eine Art Metaphysik des Alltäglichen, trägt französische, nicht italienische Züge. In Amerika sind eine geometrische Vollendung seines Stils und eine eigentümliche emotionale Kühle hinzugekommen.

Peter Weiermair

Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst- und Kulturverlag. Wien 2000.