GALERIE AKTUELLER KATALOG KÜNSTLERINDEX WERKE KONTAKT   ANKAUF ENGLISH
                         
print version als pdf vergrößern
OSKAR KOKOSCHKA
Pöchlarn 1886 – 1980 Montreux
BIOGRAFIE   |   WEITERE WERKE
 
SONNENBLUMEN, 1965
Aquarell auf Papier, 623 x 496 mm
Signiert und datiert rechts unten:
OKokoschka | 18.X.65

VERKAUFT
ZURÜCK
   

"Doch der Frühling war angebrochen! ... Dies wird nicht der letzte Krieg sein, sagte ich mir, und begann selber Blumen zu malen – in Aquarellfarben. Das wurde damals bereits von den so genannten gegenstandslosen Malern als Beschäftigung allein stehender älterer Damen angesehen – aber was sollte ich anderes tun? Ich musste fortfahren, Augen und Hände zu üben, vor allem, als nach der Schneeschmelze im ersten Sonnenlicht Schneeglöckchen, Krokusse, Hyazinthen, Narzissen und Tulpen aufblühten. Öffnete man die Augen, so wurde jeder Tag zum Erlebnis." Mit eindringlichen Worten schildert Oskar Kokoschka in seiner Autobiographie, wie ihm um 1940 das scheinbar banale Sujet des Blumenstückes zum Sinnbild einer neu erblühenden Lebenskraft in seinem von Bomben verwüsteten englischen Exil wurde. Auch nach dem Krieg widmete er sich immer wieder der Darstellung floraler Motive, die ihm der Garten seines Hauses am Genfer See, wo er sich 1953 niedergelassen hatte, zu allen Jahreszeiten in Hülle und Fülle bot. In der Aquarelltechnik hatte er das geeignete Medium für die ätherischen Blumenbilder gefunden, die einen markanten Bestandteil seines gesamten Spätwerkes bilden. Sie sind nicht als stilllebenhafte Arrangements aufgebaut, wie etwa jene der altmeisterlichen niederländischen Malerei, sondern erinnern in ihrer spontanen, die Unmittelbarkeit des Naturvorbildes erfassenden Leichtigkeit an den illusionistischen Stil der römisch-pompejianischen Kunst.
Edwin Lachnit