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LYONEL FEININGER
New York 1871 - 1956 New York
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DÜNENSTRAND II, 1926
Aquarell und Tuschfeder auf bräunlichem Bütten, 310 x 482 mm
Signiert links unten: Feininger
Bezeichnet unten Mitte: Dünenstrand II
Datiert rechts unten: 12 | 9 | 26
Provenienz: Nierendorf Gallery, New York. Yares Gallery, Scottsdale, Arizona

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Im Jahr 1924 entdeckte Feininger zum ersten Mal den Ort Deep in Pommern an der Ostsee. Feininger, der von 1891 – 1911 regelmäßig an die Ostseeküste reiste, war von Deep zunächst enttäuscht. Der kleine, abgelegene Ort an der Reega-Mündung hatte wenig gemein mit den mondänen Seebädern auf Rügen und Usedom, die Feininger bisher kennen gelernt hatte. Aber er lernte schnell die wilde Natur dieses Küstenstreifens mit seinen einsamen Stränden und den sturmzerzausten Dünenwäldern lieben, so dass er bis ins Jahr 1934 jeden Sommer, alleine oder mit seinen Söhnen, hierher reiste. Die Begegnung mit Deep brachte Feininger zu einer neuen intensiven Auseinandersetzung mit maritimen Motiven, mit Schiffen, Wolkenbildern und Strandansichten. Das Blatt Dünenstrand II zeigt die zum Teil steil abfallenden Dünen des Küstenstreifens zwischen Deep und Horst in Richtung Westen. Ganz am Ende der Dünenkette ist am rechten Bildrand der Leuchtturm von Horst zu sehen. Links reist die Wolkendecke auf und wirft ein Schlaglicht auf eine der Dünenkuppen. Neben spektakulären Wolkenbildungen waren es vor allem Beleuchtungsphänomene dieser Art, die den Künstler an der Ostseeküste begeisterten. In der Zeichnung ist eine einsame, menschliche Gestalt Betrachter dieses Naturschauspiels, die sich als Zitat von Caspar David Friedrichs „Mönch am Meer“ in vielen Strandbildern Feiningers findet. Erst auf den zweiten Blick sind im Hintergrund der Zeichnung drei weitere Spaziergänger erkennbar, mit denen Feininger die Tiefe des Bildraumes akzentuiert. Das Blatt steht in einer ab 1925 entstehenden Reihe von Dünenbildern, die durch den spannungsreichen Gegensatz zwischen tiefenräumlicher Auffassung des Landschaftsmotivs und flächiger Bildkomposition geprägt sind.
Martin Faass

Literatur: Ulrich Luckhardt: Lyonel Feininger. Prestel Verlag, München 2004.