GALERIE AKTUELLER KATALOG KÜNSTLERINDEX WERKE KONTAKT   ANKAUF ENGLISH
                         
 
ALBIN EGGER - LIENZ
Stribach/Osttirol 1868 -1926 St.Justina/Südtirol
WERKE
 


ZURÜCK
   

Albin Egger Lienz gehört mit seiner kraftvollen und kompromisslosen Bildsprache zu einem der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der frühen österreichischen Moderne. Geboren wird er am 29. Jänner 1868 in Stribach bei Lienz in Osttirol und stirbt nach einem wechselvollen Leben in München und Wien am 4. November 1926 in St. Justina bei Bozen. Bereits früh wird er von seinem Vater und dessen Freund, dem Maler Hugo Engl, gefördert, 1884 beginnt er ein Studium an der Münchner Akademie, u.a. unter Gabriel von Hackl und Wilhelm Lindenschmit d.J. Anschließend arbeitet er von 1893 – 1899 als freier Maler in München und Osttirol. Die nächste Station ist Wien, wo er Mitglied der Genossenschaft bildender Künstler und Mitbegründer des Hagenbundes wird. Die Hoffnung, 1910 eine Lehrstelle an der Wiener Akademie zu bekommen scheitert am Einspruch des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand. Egger tritt darauf aus der Wiener Secession aus und kehrt nach Tirol zurück. Für ein Jahr folgt er der Berufung als Professor an die Weimarer Kunsthochschule (1912/13), übersiedelt dann aber nach St. Justina bei Bozen. Im Krieg ist er zuerst an der Front, dann als Kriegsmaler eingesetzt, Erfahrungen, die ihn zutiefst berühren. 1920 lehnt er eine Berufung an die Akademie in Wien ab. 1922 erhält er den Großen Preis der Stadt Venedig auf der internationalen Kunstausstellung. Er wird Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 1925 Ehrendoktor der Universität Innsbruck sowie Ehrenbürger der Stadt Lienz. 1925 findet im Wiener Künstlerhaus eine umfassende Retrospektive statt. Eggers Werke befinden sich u.a. im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, im Leopoldmuseum Wien, im Heeresgeschichtlichen Museum Wien und in der Österreichischen Galerie Belvedere.

Die Malerei von Albin Egger Lienz ist gekennzeichnet durch ein unablässiges Suchen nach neuen Ausdrucksformen, das mit Historienbildern in Anlehnung Franz von Defreggers seinen Ausgang nimmt. Er findet aber sehr bald zu einem kraftvollen Realismus, zeitweise in dekorativer Bildsprache gefasst, der mit innerem Empfinden und geistiger Tiefe erfüllt über die reine Darstellung hinausgeht. Seine Malerei lässt sich in seinem Ausspruch erfassen, dass er „keine Bauern male sondern Formen“. Eggers „Gedankenbilder“ über das Schicksal des Menschen, über das Leid und die Gewalt des Krieges, die nach 1917 entstanden sind, zählen zu seinen eindrucksvollsten Leistungen und sind von zeitlos gültiger Aussage. Ruhiger, geradezu klassisch wirken die Bilder mit Themen des Bauernalltags, der Landschaft und seine Porträts. Cézanne, der deutsche Expressionismus, die Neue Sachlichkeit lassen sich in seinem Werk wieder finden, ohne jedoch von bestimmendem Einfluss zu sein.